Die Fraueninsel und das Platsch

Der geplante Abreisetag wird verschoben. Da unser Platz am Samstag bereits reserviert ist, ziehen wir mit dem Wohnwagen für die letzte Nacht um. Aber dieser Samstag ist herrlich, auf keinen Fall wollen wir diesen sonnigen Tag mit stabilem Leichtwind um die 2 Bf versäumen.

Im Feldwieser Hafen beim Madl wartet die Safaga schon auf uns. Die Fock ist noch angeschlagen, so montieren wir den Motor, das Ruder und kleben die neuen Zulassungsnummern in die Seitenfenster. Unter Motor geht es aus dem Hafen, kaum sind wir im freien Wasser setzt Gabi das Großsegel, die Fock rollt aus und wir segeln. Der Wind ist für Kaffeesegeln perfekt, keine sportliche Herausforderung aber das Wasser des Chiemsees plätschert rasch an unserem Bug vorbei. Wo lässt es sich besser Kaffee trinken als auf der Fraueninsel? Der Halbwind bläst uns mühelos in ihre Richtung. Zeit zu träumen, Gabi geniesst auf dem Vorschiff, ich lasse meine Gedanken an der Pinne schweifen…. naja ab und zu ein Rundblick, schließlich sind wir bei diesem Wetter nicht die einzigen auf dem Wasser.

Der Anlegesteg ist, wie erwartet, reichlich gut belegt. Gott sei Dank ist heute niemand auf den Gedanken gekommen sein Schiff quer zu vertäuen. Alle liegen, nach gutem Brauch, unter Heckanker am Bug festgemacht. Allerdings müssen wir im Flachen festmachen. Wir bergen die Segel, kurbeln das Ballastschwert hoch, bringen unseren Plattenanker aus. Gabi steigt vom Bug auf den Steg über und macht uns fest. Ich klariere noch die restliche Ankerleine, befestige die Fender und will dann an Steuerbord von Bord. „Vorsicht!“ ruft Gabi, die Safaga krängt und schnell ziehe ich mein Bein wieder zurück. Muss doch gehen denke ich mir und starte den nächsten Versuch mit mehr Schwung.

Die folgenden Tage beschreibt mir Gabi immer wieder mein erstauntes Gesicht als ich feststellen musste: es ging doch nicht. Und sie hat dabei ein so schadenfrohes Leuchten in den Augen.

Also, Ballastschwert hochgekurbelt, 24,7 kg Batterie an Steuerbord und mein Gewicht zusätzlich auf der Kante funktioniert nicht trocken. Aber es bietet den vielen Touristen auf der Wiese und den Wegen ein nettes Hafenkino.  😉  Gut das Segler Wechselkleidung dabei haben.

Der Nachmittag auf der Insel wird trotz der vielen anderen Touristen schön, wir trinken natürlich Kaffee, essen Fischsemmeln und stöbern in den zahlreichen Geschäften und dem Klosterladen. Und schwimmen war ich ja auch…

Der Wind hält bis zum Abend und als wir zurück im Hafen sind spielt die Musik schon. Hafenfest, die perfekte Krönung des letzten Urlaubstages.

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