Segelwind – Elektrischer Wind

Drei Wochen, genau einundzwanzig Tage, schauklen nur Wind und Schwell die Safaga. Es regnet, Gewitter ziehen über den Chiemsee und die Sonne scheint nur unter der Arbeitswoche. Doch dann kommt der Sonntag an dem der Wind weht und die Sonne scheint. Das merkt man spätestens wenn sich der Verkehr auf der Autobahn staut und der Parkplatz am Hafen übervoll ist.

Wir segeln aus der Feldwieser Bucht und halten uns am südlichen Rand des Chiemsees. Hier scheint heute der bessere Wind zu herrschen. Und trotzdem haben sich schon jetzt viele Skipper entschieden entlang des Ufers zu ankern, der Sonne dem Wind den Vorzug zu geben. Sonnenschirme statt Segel, plantschende Kinder, Kaffeepause. Die Lis segelt weiter, da fällt ein Fender „zufällig“ von Bord.

Mit einem Quickstopp komme ich beim ersten Versuch ganz gut ran. Beim zweiten Mal möchte ich Gabi dabei das Manöver erklären und patze ganz fürchterlich. Der Fender treibt… Also das ganze mal schulbuchgemäss mit einer Q-Wende, jedes Segelmanöver angesagt, es klappt. Noch zweimal wiederholt, jedesmal kommen wir neben den Fender. Jetzt probiere ich das „Münchner Manöver“. Der Fender geht über Bord, Schoten dicht, etwas weitersegeln, aufschießen und beiliegen. Jetzt sollte der Wind uns zum Fender treiben.  Die Safaga liegt wunderbar stabil so beigedreht, nur der Wind vertreibt den Fender schneller als das Boot . Genug geübt, dem Fender einfach nachgesegelt und dann Richtung Prien weiter.

Zwischen Prien und der Herreninsel eröffnet sich ein netter Blick auf das Königsschloss. Der Wind dreht hier, wird mal stärker, mal schwächer. Ausflugsdampfer eilen zwischen Prien, Herren- und Fraueninsel hin und her, sie haben „Vorfahrt“. Zwischen Krautinsel und Fraueninsel schläft der Wind langsam ein, selbst ein Katamaran kommt uns paddelnd entgegen. Gabi rollt das Vorsegel ein und der Wind wird elektrisch. Gut das wir die grüne Zulassungsnummer haben, sonst lägen wir jetzt gut drei Stunden in der Flaute fest!

Eine gute Stunde wird die Fahrt zurück in den Hafen dauern. Nach all den kühlen und regnerischen Tagen der letzten Woche ist es jetzt heiss und das Wasser lockt. Badepause mitten auf dem Chiemsee, Gabi schwimmt. Erfrischt übernimmt sie die Pinne, ich faulenze auf dem Vordeck und lasse die Beine ins Wasser baumeln.

Segeln ist nichts besonderes, es macht einfach Spass!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Lis- Tagebuch abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Segelwind – Elektrischer Wind

  1. Hans schreibt:

    Segeln am Chiemsee ist kein „Einseitiger Sport“…

    der Ausdruck Triathlon (Drei) reicht da nicht aus, da kommt einiges zusammen…

    Segeln, Schwimmen, Rudern, Wriggen, Motorboot fahren..

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s